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Proton VPN Erfahrungen + Kritik 2026
Geprüft am 20. August 2026. Die CHF-Preise haben wir am selben Tag von einem Schweizer Anschluss aus auf der Preisseite von Proton abgelesen.
Kurz gesagt
- Proton VPN ist der einzige grosse VPN-Anbieter mit Schweizer Firmensitz. Betreiber ist die Proton AG in Plan-les-Ouates bei Genf.
- VPN Plus kostet CHF 9.99 im Monat, CHF 4.49 bei Jahreszahlung und CHF 3.49 bei zwei Jahren. 30 Tage Geld-zurück-Garantie.
- Der Gratis-Tarif ist ehrlich: kein Datenlimit, aber nur ein Gerät, zehn zufällig zugewiesene Länder, kein Streaming, kein P2P.
- Seit 2024 gehört die Stimmenmehrheit an der Proton AG einer Schweizer Stiftung. Das ist der stärkste Punkt des Anbieters und kein Marketing.
- Der fünfte No-Logs-Audit in Folge liegt vor. Von 458 behördlichen Anfragen seit 2017 wurden nach Angaben von Proton alle abgelehnt, weil die Daten nicht existieren.
- Der Haken: Proton verlagert wegen der geplanten Schweizer Überwachungsverordnung Teile der Infrastruktur ins Ausland. Wir erklären unten, was das heisst und was nicht.
Übersicht
Proton VPN kommt aus Genf. Das Unternehmen entstand 2014 aus einem Kreis von Wissenschaftlern, die sich am CERN kennengelernt hatten, und finanzierte den Start über eine öffentliche Crowdfunding-Kampagne.
Für Leserinnen und Leser in der Schweiz ist das mehr als ein Standortdetail. Der Gerichtsstand eines VPN-Anbieters entscheidet darüber, wer welche Daten von ihm verlangen kann. Die Schweiz ist an keinem der bekannten Abkommen zum Austausch von Geheimdienstdaten beteiligt, weder an den Five Eyes noch an den erweiterten Varianten. Ein Anbieter mit Sitz in Panama, in den USA oder in Grossbritannien steht in einem anderen Rahmen.
Dieser Testbericht sagt, was Proton VPN kostet, was der Gratis-Tarif wirklich kann, wo die Grenzen liegen und welche offenen Fragen es 2026 gibt. Wir nennen auch die Punkte, die gegen den Anbieter sprechen.
Proton VPN Pro und Kontra
- Schweizer Firmensitz und Schweizer Gerichtsstand, ausserhalb der Geheimdienst-Abkommen
- Seit 2024 kontrolliert eine gemeinnützige Stiftung die Stimmenmehrheit
- Fünf unabhängige No-Logs-Audits in Folge, Berichte öffentlich einsehbar
- Gratis-Tarif ohne Datenlimit und ohne Werbung
- Alle Apps quelloffen, Sicherheitsaudits veröffentlicht
- 10 Geräte gleichzeitig, Kill Switch auch im Gratis-Tarif
- Der Monatspreis von CHF 9.99 ist hoch. Günstig wird es erst im Zweijahresvertrag
- Proton verlagert Teile der Infrastruktur aus der Schweiz heraus
- Kein Live-Chat rund um die Uhr, nur zu Schweizer Bürozeiten
- Split Tunneling und Kill Switch schliessen sich ausser unter Windows gegenseitig aus
- Kein Streaming und kein P2P im Gratis-Tarif, auch keine Serverwahl
- OpenVPN und IKEv2 sind laut Dokumentation nur noch auf einzelnen Plattformen verfügbar
Pläne und Preise
Proton rechnet für Schweizer Kundinnen und Kunden in Franken ab. Das ist nicht selbstverständlich: Wix, Squarespace und viele VPN-Anbieter zeigen je nach Land andere Währungen. Die folgenden Werte haben wir am 20. August 2026 von einem Schweizer Anschluss aus abgelesen.
| Tarif | 1 Monat | 1 Jahr | 2 Jahre |
|---|---|---|---|
| Proton Free | CHF 0.00 – dauerhaft gratis, keine Kreditkarte | ||
| VPN Plus | CHF 9.99 / Mt. | CHF 4.49 / Mt. CHF 53.88 im Voraus | CHF 3.49 / Mt. CHF 83.76 im Voraus |
| Proton Unlimited VPN + Mail + Drive + Pass | CHF 12.99 / Mt. | CHF 9.99 / Mt. CHF 119.88 im Voraus | CHF 7.99 / Mt. CHF 191.76 im Voraus |
Zwei Dinge, die im Preisvergleich untergehen.
Erstens: Der Zweijahrespreis von CHF 3.49 ist ein Einführungspreis. Nach Ablauf der ersten Laufzeit verlängert sich das Abo zum dann gültigen, höheren Tarif. Setz dir eine Erinnerung, bevor die zwei Jahre um sind. Das ist der häufigste Kritikpunkt in öffentlichen Bewertungen von Proton, und er ist berechtigt.
Zweitens: Wenn du die App über den App Store von Apple abonnierst, zahlst du mehr als auf der Website, weil Apple eine Provision einbehält. Schliess das Abo im Browser ab, nicht in der App.
Was der Gratis-Tarif wirklich kann
Proton Free ist der ehrlichste Gratis-Tarif im VPN-Markt, weil er das Wichtigste nicht beschneidet: Es gibt kein Datenlimit, keine Werbung und keine Protokollierung. Die meisten kostenlosen VPN-Dienste finanzieren sich genau darüber.
Die Grenzen liegen woanders:
- Ein Gerät gleichzeitig, nicht zehn.
- Zehn Länder, und du kannst das Land nicht wählen. Der Server wird zufällig zugewiesen. Nach dem ersten Wechsel musst du zehn Minuten warten.
- Kein Streaming und kein P2P. Beides ist den bezahlten Tarifen vorbehalten.
- Proton bezeichnet die Geschwindigkeit selbst als «mittel», nicht als höchste.
- Kein NetShield, kein Secure Core, kein Tor, kein Split Tunneling.
- Der Kill Switch ist trotzdem dabei. Das ist bemerkenswert, denn er ist die eigentliche Sicherheitsfunktion.
Für gelegentliches Surfen im Hotel-WLAN reicht das. Wer streamen, torrenten oder ein bestimmtes Land ansteuern will, braucht VPN Plus.
Die Rechnung über 24 Monate: CHF 83.76 im Zweijahresvertrag gegenüber CHF 239.76 bei monatlicher Zahlung. Das ist eine Ersparnis von CHF 156. Wenn du sicher bist, dass du das VPN zwei Jahre nutzt, ist der lange Vertrag die einzige sinnvolle Wahl.
Vergiss nicht: Überprüfe die aktuellen Preise und Angebote selbst – die Informationen können sich seit meiner Veröffentlichung geändert haben.
Kommen wir nun zu den Funktionen und Details, die in Proton VPN enthalten sind.
Eigenschaften
Proton VPN verfügt über eine Vielzahl von Standardfunktionen, die in allen Abonnementstufen enthalten sind. Dazu gehören:
- Unbegrenzte Bandbreite
- Über 20 000 Server in mehr als 140 Ländern
- NetShield blockt Werbung, Tracker und Schadsoftware – in den bezahlten Tarifen
- Engagierter Kundensupport per Live-Chat
- Open-Source-Software
- Keine Logs
- Mit Sitz in der Schweiz
- Streaming und P2P auf eigens dafür freigegebenen Servern – nur in den bezahlten Tarifen
- 10 Geräte gleichzeitig, Kill Switch in allen Tarifen
- 30 Tage Geld-zurück-Garantie
… Das ist eine Auswahl der wichtigsten Funktionen, die ich bei meiner Recherche gefunden habe. Es ist toll zu sehen, dass ein Schweizer VPN-Anbieter ein so solides Angebot hat.
Sicherheit und Datenschutz
Das ist der Abschnitt, wegen dem die meisten Leute hier landen. Wir gehen ihn der Reihe nach durch.
Protokolle
Standard ist heute WireGuard, wahlweise über UDP oder TCP. Dazu kommt Stealth, eine getarnte Variante, die VPN-Verkehr wie normalen HTTPS-Verkehr aussehen lässt – nützlich in Netzen, die VPNs blockieren.
Eine Einschränkung, die ältere Testberichte nicht erwähnen: Laut Protons eigener Dokumentation steht OpenVPN inzwischen nur noch in der Linux-App zur Verfügung und IKEv2 nur unter macOS. Wer aus einem bestimmten Grund auf OpenVPN angewiesen ist, sollte das vor dem Kauf prüfen. Eine Ankündigung dazu haben wir nicht gefunden.
Secure Core, Tor und Kill Switch
Secure Core leitet deinen Verkehr über einen zweiten Server, bevor er das Netz verlässt. Die Eingangsserver stehen in Island, Schweden und der Schweiz, gehören Proton selbst und laufen über eigene IP-Adressen. Für Streaming ist Secure Core ungeeignet, dafür ist es zu langsam – das sagt Proton selbst.
Tor über VPN gibt es in den bezahlten Tarifen. Damit erreichst du .onion-Adressen in einem normalen Browser.
Der Kill Switch ist in allen Tarifen enthalten, auch im Gratis-Tarif. Unter Windows, Linux und iOS gibt es zusätzlich eine dauerhafte Variante, die auch einen Neustart übersteht.
Ein echter Fallstrick: Split Tunneling und Kill Switch schliessen sich auf den meisten Plattformen gegenseitig aus. Nur unter Windows laufen beide gleichzeitig. Wer eine einzelne App am VPN vorbeileiten will, gibt anderswo den Schutz auf – das sollte man wissen, bevor man es einschaltet.
Quelloffen und geprüft
Alle Apps von Proton VPN sind quelloffen, auf allen Plattformen, und liegen öffentlich auf GitHub. Die Sicherheitsprüfungen der Apps durch einen unabhängigen Forscher werden ebenfalls veröffentlicht. Das ist keine Selbstverständlichkeit: Bei den meisten grossen Anbietern lässt sich nicht nachlesen, was die App tatsächlich tut.
Keine Protokolle – und was das belegt
Ein «No-Logs»-Versprechen ist erst dann etwas wert, wenn es jemand nachgeprüft hat. Bei Proton liegt inzwischen der fünfte unabhängige Audit in Folge vor, durchgeführt von der polnischen Sicherheitsfirma Securitum. Die Berichte sind öffentlich. Das Ergebnis: In der geprüften Server-Infrastruktur fanden sich keine Hinweise darauf, dass Surfverhalten, DNS-Anfragen oder zuordenbare Verbindungsdaten protokolliert werden.
Aussagekräftiger als jedes Zertifikat ist aber der Transparenzbericht. Proton nennt darin 458 rechtlich bindende Anfragen Schweizer Behörden seit 2017 – und gibt an, alle abgelehnt zu haben, weil die verlangten Daten schlicht nicht existieren.
Der Fall aus dem Jahr 2021 – richtig eingeordnet
Im September 2021 ging durch die Presse, Proton habe die IP-Adresse eines französischen Klimaaktivisten an Behörden weitergegeben. Der Fall wird bis heute gegen Proton VPN verwendet. Das ist unsauber, darum hier genau, was passierte:
- Betroffen war Proton Mail, nicht Proton VPN. Es sind zwei rechtlich unterschiedlich behandelte Dienste.
- Proton erhielt eine rechtlich bindende Anordnung Schweizer Behörden, ausgelöst durch ein französisches Rechtshilfeersuchen. Das Unternehmen konnte sie nicht ignorieren.
- Proton protokollierte daraufhin die IP-Adresse dieses einen Kontos ab diesem Zeitpunkt. Rückwirkend war das nicht möglich, weil es keine Daten gab. Inhalte blieben verschlüsselt.
- Proton hält seither ausdrücklich fest, dass Proton VPN nach Schweizer Recht nicht zur Protokollierung gezwungen werden kann. Für E-Mail-Dienste gilt eine andere Rechtslage.
- Nach dem Fall präzisierte Proton seine Datenschutzerklärung und bewarb seinen Tor-Zugang für besonders gefährdete Nutzerinnen und Nutzer.
Ebenfalls aus dem Jahr 2021 und weit weniger bekannt: Das Schweizer Bundesverwaltungsgericht hob eine Verfügung auf, mit der Proton den strengeren Überwachungspflichten für Fernmeldedienstanbieter unterstellt worden war. Proton gilt seither als reiner Internetdienst und nicht als Telekomanbieter – ohne Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung.
Servernetzwerk und Standorte
Als Nächstes sehen wir uns die Details zum Proton VPN-Servernetzwerk und den unterstützten Standorten an.
Es ist wichtig, ein breites und gut zugängliches Netzwerk anzubieten, um die Anforderungen der Kunden zu erfüllen.
Das Netz ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Proton nennt aktuell über 20 000 Server in mehr als 140 Ländern. Die Zahl auf der Serverseite ändert sich täglich, die Grössenordnung stimmt aber.
Für Schweizer Leserinnen und Leser ist eine Zahl wichtiger als die Gesamtsumme: Proton betreibt rund 800 Server in der Schweiz. Wer eine Schweizer IP-Adresse braucht – für Schweizer Mediatheken, für Online-Banking oder einfach, um im Inland zu bleiben – hat hier Auswahl statt eines einzelnen überlasteten Standorts. Die Schweizer Server sind ausserdem für P2P und Tor freigegeben.
Die Server für zahlende Kunden sind mit mindestens 1 Gbit/s angebunden, viele mit bis zu 10 Gbit/s. 10 Geräte gleichzeitig sind erlaubt, mehr als bei den meisten Mitbewerbern. Ein Router zählt als ein Gerät und deckt damit den ganzen Haushalt ab.
Im Gratis-Tarif sieht das anders aus: ein Gerät, zehn Länder, und der Server wird dir zugewiesen. Die Schweiz ist unter diesen zehn Ländern – ob du sie bekommst, entscheidet der Zufall.
Geschwindigkeit und Leistung
Hier sind die Werte aus unserem eigenen Test. Wichtig zur Einordnung: Diese Messungen stammen aus unserem ersten Test von Proton VPN und sind nicht aktuell. Wir lassen sie stehen, weil sie ehrlich erhoben wurden, kennzeichnen sie aber als das, was sie sind – ein Momentbild von damals.
Deutscher Server
Herunterladen: 226 Mbit/s
Upload: 139 Mbit/s
UK Server
Herunterladen: 201 Mbps
Upload: 117 Mpbs
US-Server
Herunterladen: 184 Mbps
Upload: 68 Mpbs
Das Muster ist das erwartete: Je weiter der Server entfernt liegt, desto tiefer die Geschwindigkeit. Für Streaming in 4K, für Videokonferenzen und für grosse Downloads reicht jeder dieser Werte mit Abstand.
Neuere Messungen von Dritten liegen deutlich höher, weil WireGuard inzwischen Standard ist und die Anbindung ausgebaut wurde. Unabhängige Tests aus dem Februar 2026 nennen für Proton VPN Werte zwischen rund 520 und 700 Mbit/s auf Servern in den USA und Grossbritannien – im Bereich der schnellsten Anbieter überhaupt. Für Schweizer Server haben wir keine belastbaren Fremdmessungen gefunden.
Eine Ausnahme nennt Proton selbst: Secure Core ist spürbar langsamer und hat höhere Latenz. Das ist der Preis für den zweiten Server im Weg. Schalte es ein, wenn du es brauchst, und aus, wenn du streamst.
Streaming-Dienste
Streaming ist den bezahlten Tarifen vorbehalten. Im Gratis-Tarif funktioniert es nicht – das ist die wichtigste Korrektur gegenüber vielen Testberichten im Netz.
Mit VPN Plus oder Unlimited nennt Proton über 200 unterstützte Plattformen, darunter Netflix, Disney+, Amazon Prime Video, HBO Max und Hulu. Es gibt eine App für Android TV; auf Fire TV läuft sie nur über Umwege.
Zwei praktische Hinweise: Secure Core eignet sich nicht zum Streamen, dafür ist es zu langsam. Und Proton schreibt selbst dazu, dass das VPN nicht dazu gedacht ist, Urheberrechte zu umgehen – du brauchst ein reguläres Konto beim jeweiligen Dienst.
Torrenting mit Proton VPN
P2P funktioniert, aber nicht überall und nicht in jedem Tarif. Zwei Bedingungen:
- Nur in den bezahlten Tarifen. Im Gratis-Tarif ist P2P gesperrt.
- Nur auf Servern, die dafür freigegeben sind. Auf allen anderen bekommst du die Meldung, dass kein P2P-Verkehr erlaubt ist. In der App sind die passenden Server gekennzeichnet.
Die Schweizer Server gehören zu den freigegebenen. Wer P2P nutzt, kann also im Land bleiben. Gängige Clients wie qBittorrent, Transmission oder uTorrent laufen ohne Sonderkonfiguration – wichtig ist nur, dass der Kill Switch aktiv ist, damit bei einem Verbindungsabbruch nichts an der VPN-Verbindung vorbeiläuft.
Ein Proton VPN-Konto erstellen
Die Anmeldung für neue Benutzer bei Proton VPN ist schnell und einfach – gib einfach deine E-Mail-Adresse ein und klicke auf Anmelden, um loszulegen. Die einfachen Menüs führen dich durch den Rest des Prozesses und du bist im Handumdrehen startklar.

Anschließend kannst du die Proton VPN-Anwendung auf dein Gerät herunterladen, wobei die meisten Plattformen und Betriebssysteme unterstützt werden. Zum Beispiel Windows, Mac, Android, iOS, Linux, Chrome und Firefox.
Sobald du die Anwendung installiert und dich eingeloggt hast, kannst du dich ganz einfach verbinden, indem du auf die Schaltfläche «Verbinden» klickst (siehe unten).
Proton VPN Dashboard
Ich liebe das Aussehen des Proton VPN Dashboards, das in einem schicken und modernen Dark Mode Theme daherkommt.
Außerdem ist es super einfach zu bedienen. Keine zusätzliche Konfiguration oder Einrichtung, einfach auf «Verbinden» klicken und los geht’s.

Du kannst durch die Liste der Länder scrollen und deine Auswahl ganz einfach treffen und die anderen Optionen (z.B. Kill Switch) direkt von diesem Bildschirm aus nutzen.
Du hast auch die Möglichkeit, verschiedene Profile zu erstellen, in denen du deine bevorzugten Einstellungen für verschiedene Zwecke speichern kannst. Ziemlich klasse.
Standards, Auswirkungen und Unternehmensethos
Proton legt auf seiner gesamten Website großen Wert auf seine «Privacy First»-Standards, und es ist klar, dass das Unternehmen in diesem Bereich viel investiert.
Die ursprüngliche Idee zu Proton entstand nach eigenen Angaben aus dem:
«… dem Wunsch, ein Internet zu schaffen, das den Menschen vor den Profit stellt, eine Welt zu schaffen, in der jeder die Kontrolle über sein digitales Leben hat, und die digitale Freiheit Wirklichkeit werden zu lassen».
Man hat das Gefühl, dass sich das Unternehmen wirklich für ein sichereres und weniger kommerzialisiertes Internet einsetzt und nicht nur auf der Jagd nach Profit ist. Privacy by Default» ist der Slogan des Unternehmens, und es ist klar, dass diese «Vision» Teil einer größeren Bewegung für den Schutz der Privatsphäre der Nutzer ist.
Proton hat in der Vergangenheit auch Fördermittel von der Schweizerischen Innovationsagentur (Schweizerische Eidgenossenschaft) und von Horizont 2020, dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union, erhalten.

Manche mögen diese «staatliche Finanzierung» als Vor- oder Nachteil betrachten, aber ich persönlich finde es großartig, dass ein Schweizer Unternehmen, das Anwendungen in diesem Bereich entwickelt, so viel Vertrauen und Finanzierung erhält.

Als Kunde gefällt mir dieses starke Rückgrat für den Datenschutz sehr gut.
Die Stiftung – warum das mehr ist als eine Schlagzeile
Im Juni 2024 hat Proton seine Eigentümerstruktur umgebaut. Die Gründer schenkten Anteile an eine neu gegründete gemeinnützige Schweizer Stiftung, die Proton Foundation, die seither die Stimmenmehrheit an der Proton AG hält.
Warum das zählt: Der übliche Lebenslauf eines Datenschutzunternehmens endet damit, dass es verkauft wird und der neue Eigentümer andere Prioritäten hat. Genau das ist bei mehreren bekannten VPN-Anbietern passiert. Eine Schweizer Stiftung hat keine Aktionäre, die einen Verkauf erzwingen könnten. Im Stiftungsrat sitzen unter anderem Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web, und die Oxford-Philosophin Carissa Véliz.
Die Proton AG bleibt ein gewinnorientiertes Unternehmen. Aber die Kontrolle darüber liegt nicht mehr bei Einzelpersonen oder Investoren. Das ist der belastbarste Grund, Proton gegenüber einem beliebigen anderen Anbieter zu bevorzugen – belastbarer als jede Aussage über Serverzahlen.
Der offene Punkt: die Schweizer Überwachungsverordnung
Hier müssen wir gegen unser eigenes Interesse schreiben, denn dieser Punkt spricht gegen das Schweizer Argument.
Der Bund arbeitet an einer Revision der Verordnung über die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (VÜPF). Der Entwurf würde Pflichten zur Vorratsdatenhaltung und zur Identifikation von Nutzerinnen und Nutzern auf Dienste ausweiten, die heute nicht darunterfallen – möglicherweise auch auf VPN-Anbieter.
Proton hat darauf im August 2025 öffentlich reagiert und angekündigt, einen Grossteil der physischen Infrastruktur aus der Schweiz zu verlagern, unter anderem nach Deutschland und Norwegen. Als erstes wurde der KI-Dienst Lumo verschoben.
Was das konkret heisst – und was nicht:
- Der Firmensitz bleibt in Genf. Die Proton AG untersteht weiterhin Schweizer Recht.
- Die Schweizer VPN-Server sind weiterhin da. Wir haben zum Zeitpunkt dieser Prüfung rund 800 gezählt. Ein Abzug der VPN-Server ist nicht angekündigt worden, und wir behaupten es auch nicht.
- Die Revision ist nicht in Kraft. Im Februar 2026 forderten 19 Organisationen eine Überarbeitung; der Bundesrat hat nachgebessert und eine erneute Vernehmlassung zugesagt.
Unsere Einschätzung: Das ist heute kein Grund, Proton VPN nicht zu nehmen. Es ist ein Grund, die Sache im Auge zu behalten. Wir aktualisieren diesen Abschnitt, wenn sich die Rechtslage ändert.
Und die Kritik am Unternehmen
Der Vollständigkeit halber: Anfang 2025 löste Proton-Chef Andy Yen mit politischen Äusserungen auf X eine grössere Debatte in der Datenschutz-Gemeinde aus. Ein Beitrag des offiziellen Proton-Kontos in dieselbe Richtung wurde später gelöscht und als interne Fehlkommunikation bezeichnet. Yen erklärte danach, Proton sei politisch neutral und werde sich künftig nicht mehr politisch äussern.
Wir erwähnen das, weil es einige Leserinnen und Leser stören wird. Auf die Technik, die Audits und die Stiftungsstruktur hat es keine Auswirkung.
Kundenbetreuung
Proton VPN hat sich in meinen Support-Tests vor der Erstellung dieser Rezension als sehr gut erwiesen. Wie bei allen meinen Bewertungen (mehr über meinen Prozess erfährst du hier) kontaktiere ich jeden Anbieter mit ein paar Fragen zu Vertrieb und Support und schaue, wie gut er antwortet.
In diesem Fall hat sich Proton sehr gut geschlagen, was die Antworten und die Reaktionszeit angeht.
Proton bietet ein Support-Formular, E-Mail und Live-Chat an. Der Chat ist zahlenden Kundinnen und Kunden vorbehalten.
Die Einschränkung, die man kennen sollte: Es gibt keinen Support rund um die Uhr. Der Chat läuft zu Schweizer Bürozeiten. Wer aus einer anderen Zeitzone am Sonntagabend ein Problem hat, wartet. Mehrere grosse Mitbewerber bieten hier 24/7.
Außerdem gibt es einen umfangreichen Self-Service-Bereich, in dem viele häufige Probleme und häufig gestellte Fragen an zentraler Stelle behandelt werden.
Mir gefällt auch die Tatsache, dass sie aktiv über bildungsbezogene Themen bloggen und diese regelmäßig veröffentlichen. Sie haben eine ganze Bibliothek von Blogbeiträgen aufgebaut, die viele interessante Themen abdecken und nicht nur über Proton VPN berichten.

Das ist erfrischend – ein großes Lob an das Content Marketing Team!
Kundenrezensionen
Proton VPN hat eine große Anzahl von Bewertungen aus der ganzen Welt (nicht nur aus der Schweiz) in den verschiedenen App Stores und auf Websites von Drittanbietern.
Allein im Google Play Store wurden über 10 Millionen Downloads registriert und es gibt über 94.000 Bewertungen!
Ich habe Tausende von Bewertungskommentaren exportiert und sie in ChatGPT importiert, um eine Analyse durchzuführen.
Dann habe ich ChatGPT gebeten, die Bewertungen in Kategorien einzuteilen, um zu verstehen, wo die Trends bei den positiven und negativen Kommentaren über Proton VPN liegen.
Die folgenden 5 positiven Themen wurden wie folgt hervorgehoben:
- Verbindungsgeschwindigkeit und -stabilität
- Benutzerfreundlichkeit und Schnittstelle
- Kundenbetreuung
- Flexibilität und Serverwechsel
- Datenschutz und Umgehung von Beschränkungen
Es ist ziemlich wichtig, dass ein VPN-Anbieter eine hohe Gewichtung in diesen Kategorien hat, daher ist es schön zu sehen.
Auf der anderen Seite, basierend auf den negativen Bewertungen, sind die wichtigsten Themen die folgenden:
- Langsame Geschwindigkeiten und Verbindungsprobleme
- Abrechnung und Preisgestaltung
- Erneuerung und automatisches Abonnement
… Langsame Geschwindigkeiten und Verbindungsprobleme sind sehr lokal begrenzt und scheinen den Großteil der Probleme auszumachen, die sie haben.
Was die Preisgestaltung angeht, solltest du bedenken, dass automatische Verlängerungen bei Proton üblich sind (wie bei den meisten Abo-Diensten) und dass du das kontrollieren kannst – stell also eine Kalendererinnerung ein, wenn du vor Überraschungen geschützt sein willst.
Das waren die Top 3 der negativen Kategorien – Im Allgemeinen gibt es hier nichts Gravierendes oder Betrügerisches zu sehen.
Bei der Menge an Bewertungen, die Proton erhält, wird es natürlich auch einige negative Rückmeldungen geben.
Wenn man bedenkt, dass Proton fast 100.000 Bewertungen mit einer Durchschnittsnote von 4,4 hat, kannst du sicher sein, dass du in der Minderheit bist, wenn eines der oben genannten Probleme auftritt – und dass es wahrscheinlich über die Supportkanäle gelöst werden kann.
Alles in allem solltest du also eine gute Erfahrung mit Proton machen, basierend auf dem, was wir hier sehen.
Informationen zum Unternehmen ProtonVPN
Das Mutterunternehmen Proton wurde 2014 von einem kleinen Team von Wissenschaftlern gegründet, die sich am CERN kennengelernt haben. Über eine öffentliche Crowdfunding-Kampagne sicherten sie sich 10.000 Investoren mit insgesamt 500.000 USD, um das Projekt zu starten.
Heute, fast 10 Jahre später, ist Proton ein globaler Akteur im VPN-Bereich und hat Millionen von Nutzern, die seine Technologie verwenden.
Betreiberin ist die Proton AG, Route de la Galaise 32, 1228 Plan-les-Ouates bei Genf. Es gilt Schweizer Recht, zuständig sind die Gerichte des Kantons Genf. Neben Genf gibt es Standorte unter anderem in Zürich, Skopje, Taipeh, Vilnius und Prag.
Seit Juni 2024 hält die gemeinnützige Proton Foundation mit Sitz in derselben Strasse die Stimmenmehrheit an der Proton AG. Proton hat zugesagt, ein Prozent des Nettoumsatzes an die Stiftung abzuführen; nach eigenen Angaben wurden darüber bereits über fünf Millionen Dollar an Fördermitteln vergeben.
Leserangebote und Rabatte
Der grösste Rabatt liegt auf dem Zweijahresvertrag. Am 20. August 2026 waren das 65 Prozent gegenüber dem Monatspreis: CHF 3.49 statt CHF 9.99 pro Monat für VPN Plus. Proton wechselt diese Aktionen mehrmals im Jahr.
Denk an die Verlängerung: Der Rabatt gilt für die erste Laufzeit, danach wird zum regulären Tarif verlängert.
Vergiss auch nicht, auf der Preisseite nach den neuesten Angeboten und Deals zu suchen.
Abschließende Gedanken
Proton VPN ist unsere Empfehlung für die Schweiz, und der Grund ist nicht die Technik. Bei Geschwindigkeit, Serverzahl und Apps liegen die grossen Anbieter nahe beieinander. Der Unterschied liegt darin, wem das Unternehmen gehört und welches Recht für ihn gilt.
Eine Schweizer AG, kontrolliert von einer gemeinnützigen Stiftung, fünf geprüfte No-Logs-Audits in Folge und ein Transparenzbericht, der 458 abgelehnte Behördenanfragen ausweist. Dazu quelloffene Apps, in die jeder hineinsehen kann. Das ist eine andere Ausgangslage als bei einem Anbieter, der einer Beteiligungsgesellschaft gehört und dessen Code niemand prüfen kann.
| Deine Lage | Unsere Empfehlung |
|---|---|
| Du willst ein VPN und dir ist wichtig, wer die Daten sehen könnte | Proton VPN Plus, Zweijahresvertrag |
| Du willst zuerst gratis ausprobieren | Proton Free – ein Gerät, kein Datenlimit, keine Werbung |
| Du nutzt schon Proton Mail oder Drive | Proton Unlimited – VPN ist dort enthalten |
| Du brauchst Support rund um die Uhr | Dann ist Proton nicht der richtige Anbieter |
Zum Vergleich mit dem bekanntesten Mitbewerber: NordVPN haben wir ebenfalls getestet. Der Anbieter ist technisch stark, sitzt aber in Panama und ist im Besitz einer Unternehmensgruppe. Für ein Schweizer Publikum sehen wir keinen Grund, ihn Proton vorzuziehen.
Häufige Fragen
Ist Proton VPN wirklich kostenlos?
Ja, dauerhaft und ohne Datenlimit, ohne Werbung und ohne Kreditkarte. Der Gratis-Tarif deckt aber nur ein Gerät ab, weist dir den Server zufällig aus zehn Ländern zu und erlaubt weder Streaming noch P2P.
Was kostet Proton VPN in Franken?
VPN Plus kostet CHF 9.99 im Monat, CHF 4.49 pro Monat bei Jahreszahlung und CHF 3.49 pro Monat bei zwei Jahren. Proton rechnet für die Schweiz in Franken ab. Stand 20. August 2026.
Hat Proton VPN wirklich keine Protokolle?
Fünf unabhängige Audits in Folge haben keine Hinweise auf eine Protokollierung gefunden, und die Berichte sind öffentlich. Der Transparenzbericht nennt 458 Behördenanfragen seit 2017, die alle abgelehnt wurden, weil die Daten nicht existieren.
Hat Proton nicht einmal Nutzerdaten herausgegeben?
Das betraf 2021 Proton Mail, nicht Proton VPN. Proton musste eine rechtlich bindende Schweizer Anordnung befolgen und die IP eines einzelnen Kontos ab diesem Zeitpunkt protokollieren. Für VPN-Dienste gilt in der Schweiz eine andere Rechtslage. Details oben im Abschnitt zu Sicherheit und Datenschutz.
Verlässt Proton die Schweiz?
Nein. Der Firmensitz bleibt in Genf. Proton verlagert wegen der geplanten Überwachungsverordnung Teile der Infrastruktur ins Ausland; ein Abzug der Schweizer VPN-Server ist nicht angekündigt.
Wie viele Geräte kann ich anschliessen?
Zehn gleichzeitig in den bezahlten Tarifen, eines im Gratis-Tarif. Ein Router zählt als ein Gerät und deckt den ganzen Haushalt ab.
Was wir am 20. August 2026 geändert haben
- Alle Preise neu erhoben, von einem Schweizer Anschluss aus. Die alten Angaben von CHF 5.99 im Jahres- und CHF 4.99 im Zweijahrestarif stimmten nicht mehr; aktuell sind CHF 4.49 und CHF 3.49.
- Die Serverzahl von «2900 Server in 68 Ländern» auf über 20 000 in mehr als 140 Ländern aktualisiert und die rund 800 Schweizer Server ergänzt.
- Neu: was der Gratis-Tarif wirklich kann. Kein Streaming, kein P2P, ein Gerät, zufällige Serverwahl – das stand bisher nicht auf der Seite.
- Protokolle korrigiert: WireGuard und Stealth sind Standard, OpenVPN steht laut Dokumentation nur noch in der Linux-App und IKEv2 nur unter macOS zur Verfügung.
- Neu: die Umwandlung in eine Stiftungsstruktur von 2024 und was sie praktisch bedeutet.
- Neu: die geplante Revision der VÜPF und Protons angekündigte Verlagerung von Infrastruktur.
- Neu: der Fall des französischen Klimaaktivisten von 2021, korrekt eingeordnet – er betraf Proton Mail, nicht Proton VPN.
- Neu: fünfter No-Logs-Audit und die Zahlen aus dem Transparenzbericht.
- Ergänzt, dass es keinen Support rund um die Uhr gibt und dass sich Split Tunneling und Kill Switch ausser unter Windows ausschliessen.
- Unsere eigenen Geschwindigkeitswerte sind als nicht mehr aktuell gekennzeichnet und um neuere Fremdmessungen ergänzt.
Über den Autor
Hey! Mein Name ist Andy und ich habe diesen Testbericht geschrieben.
Ich habe eine lange Erfahrung im Bereich Webdesign und Webentwicklung und teste seit Jahren Hosting-Anbieter, Website-Baukästen und VPN-Dienste aus Schweizer Sicht.
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